Unter dem Motto „Wir werden sichtbar“ findet vom 22. bis 28. Februar die diesjährige Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien statt. Initiiert wird sie von NACOA Deutschland, der bundesweiten Interessenvertretung für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Die Schirmherrschaft übernehmen in diesem Jahr die Influencerin Betty Taube, die selbst betroffen ist, sowie der Bundesdrogenbeauftragte Prof. Hendrik Streeck.
Kinder, die in einem suchtbelasteten Umfeld aufwachsen, tragen ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens selbst eine Suchterkrankung oder eine andere psychische Belastung zu entwickeln. „Wenn wir bei der Prävention gegen Suchterkrankungen wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir bei den Kindern und Jugendlichen ansetzen“, betont Prof. Streeck. Genau hier setzt die Aktionswoche an: Sie macht die Lebenssituation dieser Kinder sichtbar und schafft Raum für Austausch, Aufklärung und Unterstützung.
Bundesweite Veranstaltungen – ein Zeichen der Solidarität
Im Verlauf der Woche finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt – von Workshops über Fachvorträge bis hin zu kreativen Aktionen. Ziel ist es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, Fachkräfte zu stärken und betroffenen Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben.
Ein besonderes Angebot ist das kostenfreie Webinar der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) am Mittwoch, den 24. Februar in der Zeit von 10- 12 Uhr. Unter dem Titel „Suchkranke Väter – Vergessen – Verdrängt – Verloren?“ wird ein bislang wenig beachteter Aspekt in den Fokus gerückt. Männer stellen die größte Gruppe suchtkranker Menschen dar, doch ihre Rolle als Väter bleibt häufig unsichtbar. Das Webinar geht der Frage nach, ob eine intensivere Auseinandersetzung mit ihrer Lebenssituation zu besserer Motivation und wirksameren Therapieansätzen führen kann – sowohl im Hinblick auf ihre eigenen Kinder als auch auf erwachsene Söhne suchtkranker Väter. Prof. Dr. Michael Klein vom Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung stellt hierzu aktuelle internationale Forschungsergebnisse vor.
Fortbildung „Kind S/sucht Familie“ – Perspektiven für Fachkräfte
Auch die Fachstelle Prävention greift das Thema auf und bietet eine zweitägige Fortbildung, auch als inhouse Angebot, unter dem Titel „Kind S/sucht Familie“ an. Die Teilnehmenden erhalten grundlegende Informationen zum Thema Sucht und setzen sich mit der Lebenswelt suchtkranker Erziehungspersonen sowie den Überlebensstrategien betroffener Kinder auseinander. Darüber hinaus werden die Rolle und Verantwortung pädagogischer Fachkräfte reflektiert und konkrete Handlungsmöglichkeiten vermittelt. Ergänzend gibt es einen Überblick über Unterstützungsangebote und regionale Hilfestrukturen.
Für weiterführende Informationen zu Inhalt und Verlauf der Fortbildung sowie für Terminabsprachen stehen wir Ihnen sehr gerne jederzeit zur Verfügung.


